Krankenversicherung

Die soziale Krankenversicherung gewährt allen in der Schweiz lebenden Personen Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung. Bei Krankheit oder Unfall stellt sie die medizinische Behandlung sicher, falls eine solche nicht von der Unfallversicherung abgedeckt wird.

Organisation

Die soziale Krankenversicherung wird von über 100 Versicherern ("Krankenkassen") durchgeführt, welche gesetzliche Voraussetzungen erfüllen, wie zum Beispiel der Verzicht, nach Gewinn zu streben. Für den Fall, dass ein Versicherer zahlungsunfähig wird, werden die Kosten für die gesetzlichen Leistungen von der so genannten Gemeinsamen Einrichtung übernommen, welche die Finanzierung mit Beiträgen von den Versicherern - auf den Prämien der sozialen Krankenversicherung erhoben - sicherstellt.

Die Rolle der Versicherer beschränkt sich nicht auf die Rückerstattung von erbrachten Leistungen für die Versicherten, sondern sie unterstützen auch, zusammen mit den Kantonen, die Gesundheitsförderung. Versicherer und Kantone führen zusammen eine Einrichtung, die Schweizerische Stiftung für Gesundheitsförderung, deren Ziel es ist, Massnahmen zur Gesundheitsförderung und zur Prävention anzuregen, zu koordinieren und in ihrer Wirkung zu bewerten.

Versicherte

Jede in der Schweiz wohnhafte Person untersteht dem Versicherungsobligatorium. Alle Mitglieder der Familie, Erwachsene wie Kinder, sind individuell versichert. Jede Person, die sich in der Schweiz aufhält, muss sich innerhalb von drei Monaten versichern. Die gleiche Frist gilt für Eltern, die ihr neugeborenes Kind einer Krankenversicherung anschliessen müssen. Der Versicherte kann den Krankenversicherer frei wählen. Dieser muss ihn unabhängig von seinem Alter und seinem Gesundheitszustand akzeptieren, ohne Vorbehalte oder Karenzfristen.

Versicherte Risiken/ Leistungen

Die soziale Krankenversicherung gewährt Leistungen bei:

  - Krankheit: Darunter wird die Beeinträchtigung der physischen oder geistigen Gesundheit verstanden, die nicht auf einen Unfall zurückzuführen ist und die eine Untersuchung oder eine medizinische Behandlung verlangt oder eine Arbeitsunfähigkeit herbeiführt.
  - Mutterschaft: Dazu gehören die Schwangerschaftskontrolle und die Entbindung, wie auch die anschliessende Erholungszeit für die Mutter.
  - Unfall: (wenn nicht eine Unfallversicherung die Kosten trägt): Unter diesen Begriff fällt die plötzliche und ungewollt verursachte Schädigung, die dem Körper durch ein aussergewöhnliches, äusseres Ereignis zugefügt wird, das die physische oder mentale Gesundheit beeinträchtigt.

Besondere Versicherungsmodelle

Die Versicherten können – je nach Krankenkasse – besondere Versicherungsmodelle wählen und kommen dadurch in den Genuss von Prämienreduktionen. Hierzu zählen:

  - Wählbare Franchise: Ändert die Kostenbeteiligung des Versicherten, jedoch nicht die Deckung der Behandlungskosten. Dafür ist die Prämie niedriger als jene, welche für die ordentliche Franchise (300.--) verlangt wird.
  - Eingeschränkte Wahl der Leistungserbringer (z. B. HMO): Der Versicherte hat die freie Wahl, sich ausschliesslich von einem ärztlichen Kollektiv, genannt HMO (Health maintenance organization), behandeln zu lassen oder obligatorisch zuerst einen Hausarzt zu konsultieren, der entscheidet, ob man sich an einen Spezialisten wenden soll oder nicht. Dieses Modell hat eine Senkung der Prämie zur Folge, der Versicherte verzichtet auf eine freie Arzt- und Spitalwahl (ausgenommen sind Notfälle).
  - Bonusversicherung: Mit jedem Jahr, in dem der Versicherte keine Rückvergütung von seiten des Versicherers verlangt, erhält er eine zunehmende Prämienreduktion. Die Anfangsprämie ist 10 Prozent höher als die gewöhnliche Prämie, der Rabatt kann aber innerhalb von fünf Jahren bis zu 45 Prozent betragen. Der Schadensfreiheitsrabatt muss für eine Zeit von mindestens 5 Jahren abgeschlossen werden.

Aufsicht des Bundesamtes für Sozialversicherung

Die Aufsicht über die Versicherer, welche die Grundversicherung anbieten, wird vom Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) ausgeübt. Die Aufsicht über die Zusatzversicherungen, welche dem Privatversicherungsrecht unterliegen, obliebt demgegenüber dem Bundesamt für Privatversicherung (BPV). Das BSV ist dafür verantwortlich, dass die Versicherer das Krankenversicherungsgesetz (KVG) einheitlich anwenden. Das BSV übt ebenfalls die Aufsicht über die finanzielle Situation der Krankenversicherer aus. Hierzu müssen die Krankenversicherer ihre Jahresberichte, Budgets und Jahresrechnungen wie auch die Prämien für das folgende Jahr dem BSV vorlegen. Die Prämien der Versicherer müssen vom BSV genehmigt werden, damit sie gültig werden.

 

Leistungen der Krankenversicherung

Obligatorische Krankenversicherung nach (KVG)